Ein besonderer Regionaltag führte die GCL-Gemeinschaft und weitere Interessierte am 11. Oktober 2025 nach Affalterbach.
In der Kirche St. Johannes ist das Labyrinth von Chartres im Boden eingelassen – ein uraltes Symbol des Lebens- und Glaubensweges.
Schon beim Ankommen im Pfarrsaal, bei Kaffee, Tee und Brezeln, war die Atmosphäre herzlich und offen. Alte Bekannte begrüßten sich mit Wiedersehensfreude, neue Gesichter wurden mit Interesse und Neugier aufgenommen. Ludger Hoffkamp, Pastoralreferent, Gestaltberater, Clown und Kenner des Labyrinths von Chartres, mischte sich unter die Ankommenden und führte uns anschließend in die Welt und Symbolik des Labyrinths ein.
In der Kirche versammelten wir uns rund um das Labyrinth. Ludger erzählte von seiner Entstehung in Affalterbach, von den Menschen, die die Idee getragen und umgesetzt haben – ein Herzensprojekt, das Raum für Begegnung mit sich selbst und mit Gott schafft.
Dann begann die Begehung. In meditativer Stille bewegten wir uns im 2-vor-1-rück-Wiegeschritt-Rhythmus (Pilgerschritt) auf den verschlungenen Pfaden.
Alleine unterwegs – und doch verbunden mit den anderen. In Begegnung – mit einem Blick, einem Lächeln.
Wendungen, die den Weg verändern, die Aufmerksamkeit schärfen. Schließlich: die Mitte. Ein Ankommen – in mir, bei Gott, im Herzen.
Im anschließenden Anhörkreis teilten wir unsere Erfahrungen. So unterschiedlich die Worte, so ähnlich das Erleben: „Wer weiter geht, kommt an.“ – „Das aufgefangene Lächeln bringt mich zum Lächeln.“ – „Weit weg und doch nahe dran.“ Das Labyrinth wurde zum Spiegel des Lebens:
keine Sackgassen, aber viele Wendungen.
Nach einem liebevoll gestalteten Mitbring-Buffet setzten wir den Weg am Nachmittag fort – diesmal mit dem Finger über ein eigenes, tellergroßes Labyrinth. Eine stille Reise nach innen. Anschließend nahmen wir unseren Lebensfaden in die Hand: ein Wollfaden, der durch die Finger glitt, Sinnbild unseres eigenen Weges – manchmal gespannt, manchmal locker, manchmal verknotet – und doch getragen.
In kleinen Gruppen kamen wir in tiefen Austausch, bevor eine kurze Andacht mit dem gemeinsamen Vaterunser diesen erfüllten Tag abrundete.
Der Tag in Affalterbach war mehr als ein spirituelles Angebot. Er war eine Einladung, den eigenen Weg bewusst zu gehen, Schritt für Schritt, Wendung für Wendung – in Vertrauen darauf, dass der Weg _ent-steht im Gehen_.
„WER BIST DU, WENN DU AUF DEM WEG BIST?“
Diese Frage klingt weiter – in uns, mit uns, auf unserem Weg.
Thomas Urban